Gefährliche Stoffe und Güter

Warum ist der Bereich Gefährliche Stoffe und Güter notwendig ?

In unserer modernen Gesellschaft werden immer mehr chemische Produkte und Stoffe für die Herstellung von Gütern des täglichen Gebrauchs benötigt. Oftmals sind die dafür erforderlichen Ausgangsstoffe für den Menschen und die Umwelt gefährlich. Diese Stoffe, die oftmals in der Nähe von Wohngebieten verarbeitet werden, müssen teilweise über weite Strecken bis zu Ihrer Verarbeitung transportiert werden. Um für die Bevölkerung und Umwelt einen Schutz gegen Unfälle aller Art mit gefährlichen Stoffen gewährleisten zu können, verfügt die Freiwillige Feuerwehr Waldkraiburg über spezielle Ausrüstung die optimal zur akuten Gefahrenabwehr geeignet ist.

Bei gefährlichen Stoffen unterscheidet man drei Klassen:

Atomare Gefahren

Biologische Gefahren

Chemische Gefahren

Aufgrund der zahlreichen Industriebetriebe in Waldkraiburg, liegt das größere Gefahrenpotenzial im Bereich der chemischen Gefahren.

Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg im Bereich „Gefährliche Stoffe und Güter":

Die Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg im Bereich gefährlicher Stoffe und Güter, lässt sich am besten mit der sogenannten GAMS-Regel beschreiben.

Gefahr erkennen

Ausbreitung verhindern

Menschen retten

Spezialkräfte anfordern

Zunächst wird im Einsatzfall das Gefahrenpotenzial erkundet. Wichtig hierbei ist festzustellen, um welchen Gefahrstoff es sich handelt, wie viel davon vorhanden ist, welche Gefahren davon ausgehen und ob eine Ausbreitung des Gefahrstoffes droht. All diese Faktoren fließen in die Einsatzplanung und Einsatztaktik ein. Eine der ersten Maßnahmen, neben der Rettung von Menschen aus den Gefahrenbereich, ist das Absperren der Gefahrenstelle. Anschließend wird mit geeigneter Ausrüstung und Material, die Ausbreitung des Gefahrstoffes verhindert. Auf den Schutz der Einsatzkräfte ist hierbei besonders zu achten. Um diesen Schutz zu gewährleisten, spielt bei Gefahrguteinsätzen, eine geeignete Schutzausrüstung eine wichtige Rolle wie z.B. der Chemikalienschutzanzug (CSA).abc zug1

Ist die Ausbreitung des Gefahrstoffes verhindert oder eingedämmt, kann mit dem Umfüllen von beschädigten Behältern begonnen werden. Dies wird entweder durch die Freiwillige Feuerwehr Waldkraiburg oder durch angeforderte Spezialkräfte, wie beispielsweise Werkfeuerwehren aus chemischen Betrieben, durchgeführt. Im so genannten TUIS-Verbund sind alle Hersteller von gefährlichen Gütern zusammengeschlossen und sorgen so für ein lückenloses Netz für die Beseitigung von chemischen Gefahren, die auf dem Transportweg entstanden sind. Für die Erstmaßnahmen an der Einsatzstelle gemäß der genannten GAMS-Regel, steht der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg umfangreiches Einsatzmaterial zur Verfügung. Ein spezielles Einsatzfahrzeug der sogenannte GW-G (Gerätewagen-Gefahrgut), verfügt über eine Vielzahl von Geräten zum Abdichten, Auffangen und Umpumpen von Gefahrstoffen jeglicher Art. Zudem werden auf diesem Fahrzeug spezielle Schutzausrüstungen für das Einsatzpersonal mitgeführt. Des Weiteren verfügt der Gerätewagen Gefahrgut über die Möglichkeit eine Notdekontamination durchzuführen, um Einsatzkräfte nach ihrem Einsatz von Gefahrstoffen zu säubern. 

Bei einem Gefahrstoffeinsatz wird eine große Anzahl an Einsatzpersonal benötigt. Daher ergibt sich folgende Ausrückeordnung:

·  Einsatzleitfahrzeug (ELW - Funkrufname 12/1 - Besatzung 1/3)

·  Löschgruppenfahrzeug (LF16/12 - Funkrufname 40/1- Besatzung 1/8)

·  Tanklöschfahrzeug (TLF 4000 - Funkrufname 23/1- Besatzung 1/2)

·  Löschgruppenfahrzeug (LF10/6 - Funkrufname 43/1 - Besatzung 1/8)

·  Gerätewagen Gefahrgut (GW-G - Funkrufname 52/1 - Besatzung 1/1)

ELW12 1 klein LF16 12 40 1 klein TLF 4000 klein LF10 6 47 1 klein GW G 52 1 klein 

Ausbildung im Bereich gefährliche Stoffe und Güter:

Während des normalen Löschzugdienstes, erhält jede(r) Feuerwehrdienstleistende(r) der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg eine theoretische und praktische Grundausbildung im Bereich „Gefährlicher Stoffe und Güter". Der Bereich „Gefährliche Stoffe und Güter" ist somit integraler Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg und rückt als solcher auch überregional zu Einsätzen aus.

Die Ausbildung gliedert sich in der Freiwilligen Feuerwehr Waldkraiburg wie folgt:

Ein Ausbildungsabend theoretisch:      

- Wirkung von Gefahrstoffen
- Erkunden und Erkennen von Gefahrstoffen
- Melden von Gefahrstoffen
- Einsatztaktik, Absperren, Dekontaminationsplatzes, etc.

Ein Ausbildungsabend praktisch:         

- Kontamination und Dekontamination
- Aufbau und Betreiben eines Dekontaminationsplatzes
- Ausrüsten eines CSA-Trägers
- Einsatzübung

Ein Ausbildungsabend praktisch:         

- Abdichten und Umpumpen von Gefahrgut
- Gerätekunde (praktisch)
- Fahrzeugkunde - GW-G
- Einsatzübung

Die Ausbildung der CSA-Träger (Chemikalienschutzanzug) findet im Rahmen der Atemschutzausbildung statt.

Ein Ausbildungsabend theoretisch:      

- Wirkung von Gefahrstoffen
- Erkunden, Erkennen und Messen von Gefahrstoffen
- Melden von Gefahrstoffen
- Einsatztaktik, Absperren, Dekontaminationsplatz, etc.

Ein Ausbildungsabend praktisch:         

- CSA Gewöhnungsübung

Ein Ausbildungsabend praktisch:         

- CSA Einsatzübung
- Erkunden, Erkennen und Melden des Gefahrstoffes
- Abdichten, Auffangen etc.
- Dekontamination

Neben dieser internen Ausbildung wird von den staatlichen Feuerwehrschulen eine Vielzahl von Lehrgängen für die Weiterbildung in diesem Bereich angeboten.

 

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